Winkelfehlsichtigkeit
Obwohl Ihre Augen auf eine Fehlsichtigkeit überprüft wurden, sind Sie mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Nur selten wird bei der Überprüfung der Augen auch auf Winkelfehlsichtigkeit hin geprüft. Diese spezielle Fehlsichtigkeit kann sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen zu Problemen führen wenn sie nicht korrigiert werden.Häufig ist man von einem oder mehreren der folgenden Probleme betroffen:
Gesundheit:
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, schnelle Ermüdbarkeit.
Körperbeherrschung:
Schlechte Feinmotorik, ungeschickt; gestörte Auge-Hand-Koordination, Gleichgewichtstörung, Tolpatschigkeit.
In der Schule:
Schlechte Handschrift, Rechtschreibung mit Schussligkeitsfehlern, Lese-und Schreibabneigung, Konzentrationsschwierigkeiten, Lernunlust, Zappligkeit, geringe Belastbarkeit, Reizbarkeit und ähnliches mehr.
All dies (und mehr) kann durch eine Winkelfehlsichtigkeit ausgelöst oder verstärkt worden sein. In diesem Fall können die Probleme durch die richtige Korrektion mit einer Prismenbrille vermindert werden oder sogar ganz verschwinden.
Damit Probleme vermindert oder beseitigt werden können, sollte die Prismenbrille ständig getragen werden, auch bei möglichen Eingewöhnungsproblemen wie das Sehen von Beulen oder Dellen im Boden u.s.w. Bei verbogener oder zerbrochener Brille sorgen Sie so schnell wie möglich für Reparatur oder Ersatz und halten zuverlässig die angesetzten Nachkontrollen ein, damit notwendige Änderungen der Brillengläser auch durchgeführt werden.
So sollten Sie in absehbarer Zeit mit deutlich weniger Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Zunächst verschwinden oder vermindern sich meist Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit (sofern sie durch den Ausgleich der WF hervorgerufen wurden).
Je früher die erste Prismenbrille bei Schulkindern verordnet wird, desto eher wird auch die Abneigung gegenüber dem Lesen abnehmen. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Kind innerhalb von einigen Monaten bis im allgemeinen höchstens zwei Jahren zu einer Leseratte wird.
Da schulisches Lernen und damit der Schulerfolg ganz wesentlich an die Lesebereitschaft und Lesefähigkeit gekoppelt sind, kann jede Verringerung der Leseabneigung positive Auswirkungen auf die Schulsituation Ihres Kindes haben.
Unterstützt wird dies auch durch die nun zu erhoffende Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit.
Sie dürfen kaum erwarten, daß Sie durch das Tragen der Brille innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen von allen Problemen befreit sind.
Das visuelle System (Augen und Gehirn) hat bisher jahrelang lernen müssen, mit gestörten Seheindrücken umzugehen. Dabei haben sich zum Teil sehr festsitzende und nur langsam aufzulösende Fehlsteuerungen der Augen entwickelt, um trotz der bestehenden Winkelfehlsichtigkeit das beidäugige Sehen wenigstens einigermaßen lernen zu können.
Nun muß das visuelle System lernen, mit den plötzlich besser zueinander passenden Seheindrücken beider Augen umzugehen und zu einer normalen, entspannten Augensteuerung zu finden. Das aber kann eine gewisse Zeit dauern.
Außerdem haben Sie durch die gestörte visuelle Wahrnehmung spezielle Einstellungen und Verhaltensweisen, die auch nicht von einem Tag auf den anderen vergessen werden können.
Bitte seien Sie geduldig: Rechnen Sie nicht in Tagen und Wochen, sondern in Monaten und vielleicht sogar Jahren (wenn Ihr Kind z.B. große Rechtschreibprobleme hat, kann es ein bis vier Jahre dauern bevor die Diktatzensuren deutlich und regelmäßig besser werden).
Zusätzliche Übungen und Therapien zeigen deutlich mehr Aussicht auf Erfolg, wenn eine Winkelfehlsichtigkeit korrigiert wurde. Diese sind in den Bereichen, in denen Ihr Kind Probleme hat, nun auch wichtig, um das nachholen (und korrigieren) zu können, was bisher schwer oder gar nicht gelernt wurde.
Empfehlenswert sind jetzt vor allem (je nach den Begleitsymptomen, unter denen Ihr "Kind" zu leiden hat):
Funktionaloptometrie:
Bei einer funktionaloptometrischen Erstmessung wird geprüft ob die Augenfunktionen wie Konvergenznahpunkt, Augenfolgebewegung, Blicksprünge u.v.m. in der Norm liegen. Auch das Visuelle Greifen kann fast identische Probleme hervorrufen wie die Winkelfehlsichtigkeit.
Optometrisches Visualtraining (praktische Ausübung der Funktionaloptometrie):
Optometrische Übungen, um das visuelle System (Auge, Muskeln, Nerven und Gehirn) zu verbessern.
Ergotherapie:
Malen und Basteln bei Kindern mit gestörter Feinmotorik. Gezielte Bewegungsanreize bei Problemen mit der Grobmotorik.
Lerntherapie:
Bei manchen Kindern auch Übungen zur Entwicklung des Zahlenverständnisses und der Mengenvorstellung.
Beratung der Eltern zum angemessenen und ruhigen Umgang mit Schulproblemen
Konzentrationsübungen:
Spiele und Übungen zur Entwicklung der Konzentrationsfähigkeit
Verhaltens,- oder Familientherapie:
bei Kindern mit Neigung zu aggressivem Verhalten (vor allem in der Schule)
Da die Veranlagung zu einer Winkelfehlsichtigkeit häufig vererbt wird, sollten Sie bei anderen Familienmitglieder ebenfalls auf die oben beschriebenen Symptome achten.